So umgehen Sie Netzsperren

Zahlreiche Anbieter wie beispielsweise Swisscom und UPC sperren gezielt verschiedene Websites. Während eine beachtliche Zahl dieser ausländische Glücksspielwebsites sind, beschränkt sich die Netzwerksperre nicht nur ausschliesslich auf diese. Obwohl der freie Umgang mit dem Internet gefordert wird, wird der Zugang zu ausgewählten Websites verwehrt. Möchten User diese Websites aufrufen, müssen sie die Netzsperren gezielt umgehen.

Nicht nur illegale Websites betroffen

Netzsperren werden vom jeweiligen Anbieter veranlasst. Vor allem dienen sie dazu, den Zugriff zu illegalen Websites zu verhindern. Darunter fallen beispielsweise Websites von illegalem ausländischem Glücksspiel, kinderpornografische Seiten und grössere Spam-Sites. Dennoch beschränken sich DNS-Sperren nicht nur auf verbotene Websites, sondern können ebenfalls legitime Websites betreffen. Um Netzsperren zu veranlassen, besitzen die Internet-Anbieter prinzipiell zwei Möglichkeiten. Entweder sie löschen die Domain-Name-Server bzw. DNS oder sperren die IP-Adressen direkt. Möchten User somit auf legale, jedoch gesperrte Websites zugreifen, müssen sie die Netzsperren umgehen. Hierzu existieren mehrere Lösungsmöglichkeiten, wobei jeder Lösungsweg mit etwas Zeit und Geschick verbunden ist.

Was ist eine DNS-Sperre?

Der DNS-Server hilft jedem Provider, die einkommenden Adressanfragen zu verwalten. Er ordnet jede URL einer IP-Adresse zu, wodurch eine klare Zugehörigkeit ermöglicht wird. Jede IP-Adresse besteht aus einer Zahlenkombination mit verschiedenen Zahlen. Diese sind in insgesamt vier Blöcke zu jeweils einer bis drei Zahlen angeordnet. Jede IP-Adresse ist eindeutig und einzigartig, sodass keine Adresse doppelt vergeben wird. Das Domain-Name-System bietet dem User die Bequemlichkeit, lediglich eine URL anstatt der eigentlichen IP-Adresse eingeben zu müssen, um die Zielwebsite aufrufen zu können. Die meisten Anbieter arbeiten aus diesem Grund mit einem DNS-Server, welcher die IP-Adresse in einer Liste speichert und diese anschliessend bereitstellt. Anhand dieser Liste verknüpft der Server automatisch die angeforderte URL mit der jeweiligen IP-Adresse. Eine DNS-Sperre vermerkt dementsprechend die IP-Adresse in der Liste als verboten, wodurch der Zugriff vom Server aus verwehrt bleibt.

DNS-Sperre mit Serverwechsel umgehen

Um die DNS-Sperre einmalig zu umgehen, hilft häufig ein Austausch des DNS-Servers. Alternative Server existieren in Form von OpenDNS oder Google Public DNS, wobei noch weitere Server verfügbar sind. Google Public DNS ist ein DNS-Server von Google, sodass er nicht bei jedem User auf Wohlwollen stösst. Während OpenDNS die Server 208.67.222.222 und 208.67.220.220 zur Verfügung stellt, bietet Google Public DNS Zugriff via 8.8.8.8 und 8.8.4.4.

Händische Änderung der DNS-Einträge

Die DNS-Einträge werden nicht automatisch umgestellt. Der User muss dies immer händig beim Router des eigenen Providers erledigen. Viele Router bieten die Möglichkeit, die Einstellung direkt auf der Routeroberfläche durchzuführen. Alternativ lassen sich die DNS-Einträge in den Windows-Systemsteuerungen unter der Option „Adaptereinstellungen ändern“ vornehmen. Auch andere Betriebssysteme wie macOS und Linux bieten eine ähnliche Umstellung. Die Änderungen bei mobilen Geräten wie Android-Smartphones ist hingegen nicht über die Einstellungen möglich. Der User benötigt eine zusätzliche App wie etwa DNSet, um DNS-Einträge anzupassen.

Sollen die Änderungen der DNS-Einträge direkt am Router geschehen, muss der User zunächst auf der Oberfläche des Routers den Eintrag „Lokaler DNS Server“ oder ähnliche Vermerke suchen. Sobald dieser gefunden wurde, wird nun der neue DNS-Server nach Wahl eingegeben. Manche Router verfügen über die Möglichkeit, einen zweiten lokalen DNS Server einzurichten. Hier bietet es sich an, einen Ausfall-Server einzutragen, falls der Haupt-DNS-Server einmal nicht funktionieren sollte. Sobald auf Speichern geklickt wurde, arbeitet der Router mit dem neuen, selbst gewählten DNS-Server.

IP-Sperren umgehen

DNS-Sperren lassen sich wesentlich leichter umgehen als IP-Adressen-Sperren. Während DNS-Sperren lediglich den Zugriff auf bestimmte DNS-Einträge verhindern, können bei IP-Sperren bestimmte IP-Adressen nicht mehr aufgerufen werden. Über Umwege lassen sich die gewünschten Websites dennoch aufrufen. Hierzu wird ein VPN-Zugang benötigt. Manche Browser-Lösungen wie etwa Opera VPB bieten eine Gratismöglichkeit, um einen VPN-Zugang einzurichten. Ebenfalls ermöglichen professionelle VPN-Anbieter oder Anonymisierungsdienste den Zugriff. Anonymisierungs-Software wie Tor lassen sich jederzeit online downloaden. Wird die Software installiert, muss nur noch die gewünschte IP-Adresse eingegeben werden, damit die Website im Browser erscheint.